Gerhard Schubert GmbH - Verpackungsmaschinen

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Gerhard Schubert GmbH Verpackungsmaschinen

Industriegebiet Südost
Hofäckerstraße 7
D-74564 Crailsheim

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03.03.2010

TLM-Verpackungsmaschine für Wallets

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Zum Aufklappen schön 

Crailsheim. Ein Wallet ist nur so attraktiv wie seine Faltung. Hierbei ein hohes Qualitäts­niveau zu erreichen und in laufender Produktion konstant zu halten, ist maschinen­technisch anspruchsvoll. Die Bayer Schering Pharma AG suchte für eine Antibabypille ihres Sortiments eine Anlage, die das Kriterium ohne Abstriche bei Effizienz und Flexibilität erfüllt. Der Anbieter ihrer Wahl ist die Gerhard Schubert GmbH, Crailsheim.  

Wer schon einmal eine Arzneimittelfaltschachtel in der Handtasche mitgeführt hat, der weiß, dass diese Verpackungsart auf der Ablage im Badezimmer besser aufgehoben ist. Kein Wunder, dass Patienten Wallets, also handliche Klappkarten mit eingeklebtem Blister, als praktische Alternative zu schätzen wissen. 

Dem Plus an Convenience fügte die Schering GmbH und Co. Produktions KG bei ihrer Interpretation dieser Präsentationsform den Charme eines neuen, frischen Auftritts hinzu. Entsprechend anspruchsvoll waren die Spezialisten des Verpackungszentrums im Weimar auch, was die Vorgaben für die neue Verpackungsmaschine betraf. Sie muss den Blister positionsgenau einkleben. Die Wallets sollen sauber und ohne Kantenversatz verarbeitet sein, so dass die Faltungen exakt rechtwinkelig übereinander stehen. Weitere Eckdaten: Die Vormaschine von Uhlmann führt bis zu 330 Produkte pro Minute zu, die Linie läuft in zwei Schichten und spätere Kapazitäts­erweiterungen müssen möglich sein. 

Ausstattung für die Verpackungszukunft  

Unter den geprüften Anbietern zeigte die Gerhard Schubert GmbH aus Sicht des Pharmaherstellers die überzeugendste Leistung. Neben der Qualität der fertigen Verpackungen beeindruckte das hohe Maß an Freiheit, das die TLM-Maschine ihren Betreibern eröffnet. Sie ist so ausgerüstet, dass sie neue Verpackungsformate und -formationen jederzeit wirtschaftlich umsetzbar macht. Damit ist sie für Schering eine langfristig wirksame Investition, nicht nur funktionell, sondern auch konzeptionell. 

Zur Zeit verarbeitet die Maschine zwei Kartongrößen kombiniert mit Blistern verschiedener Tabletten­anzahlen. Die Wallets werden als Einzelpackung oder in Abstapelungen zu drei, fünf oder sechs Stück zusammengefasst, jeweils mit einem Booklet ausge­stattet und als Gebinde zum Folieneinschlag an die nachfolgende Maschine übergeben. 

Die Umstellung ist in zwanzig Minuten erledigt. Mit ein paar Handgriffen werden die Werkzeuge an den Roboterarmen und die formatspezifischen Teile der Transporteure gewechselt. Die wesentlichen Änderungen finden auf Ebene der Software statt und dazu genügt es, am Touchscreen ein voreingestelltes Programm abzurufen. Diese Einfachheit ermöglicht das Konzept der TLM-Maschinen: die Mechanik ist reduziert und die Lösung der Verpackungsaufgabe bewerkstelligt die Intelligenz der Steuerung. 

Biegen mit Widerlager  

Alle Funktionen zur GMP-konformen Inprozess­kontrolle, Kennzeichnung, Dokumentation und Fehlereskalation fügen sich in die dezentrale aufgebaute Steuerung ein. Die Daten sind über eine vereinheitlichte, übersichtlich gestaltete Bedienober­fläche am Bildschirm der TLM-Maschine abrufbar. Auch das Pago Etikettiergerät, das die für den italienischen Markt erforderlichen Bollini appliziert, wird über diese Schnittstelle angesprochen. 

Das Steuerungs- und Antriebskonzept macht also flexibel. Und es hat etwas zu tun mit dem Geheimnis der exakten Kante. Die Wallet-Maschine von Schubert hat eine getaktete Arbeitsweise. Der Durch­lauf des Packmittels wird für einzelne Bearbeitungs­schritte kurz angehalten. Allerdings fällt diese Pause so kurz aus, dass sie kaum wahrnehmbar ist. 

Für die Faltung des Zuschnitts bietet der intermittie­rende Vorschub den Vorteil, dass bei einem solchen Stopp ein Widerlager millimetergenau an der Biege­kante angelegt werden kann. Im Vergleich dazu füh­ren kontinuierlich arbeitende Maschinen den Karton mit konstanter Geschwindigkeit über eine Faltweiche. Dabei entstehen leicht Faltversätze aufgrund von Schleppungen und durch die Instabilität der Kartonagen.

Zweiachs-Roboter zeigen was die können  

Für die Herstellung der Wallets werden die Blister einbahnig zugeführt. Etwaige Krümmungen der Blister („Bi-Metalleffekt“) korrigiert eine Glättstation. Ein Produktpuffer mit einem Speichervolumen von acht Minuten sichert die störungsfreie Anbindung an die Vormaschine ab. Das Einlaufband füllt jeweils zehn Blister in zwei abwechselnd anfahrende Mit­nehmersätze der Gruppierkette. Diese Formationen setzt ein TLM-F2 Roboter auf Vakuumtransport­schlitten um. 

In einer weiteren Teilmaschine werden die Karton­zuschnitte automatisch aus einem Magazin entnom­men und in das System eingebracht. Die Etiketten sind auf der Walletkarte vorgeklebt und können so ohne Umstellungen auf der Maschine verarbeitet werden. 

Karton in Form gebracht

Das ist der Weg zur Blistersetzstation, in den ver­schiedene Routinen integriert sind. Ein Scanner erfasst den Pharma- oder 2D-Matrixcode   auf den Walletkarten. Stellt das System einen fehlerhaften Code fest, wird die entsprechende Walletkarte im nächstmöglichen Arbeitsschritt ausgeworfen. Die positiv geprüften Zuschnitte werden beleimt. Die von einem Laserdrucker aufgebrachte Beschriftung (z.B. Chargennummer und Verfallsdatum) wird sofort im Anschluss mittels Kamera kontrolliert. Zum Einsetzen werden die Blister von TLM-F2 Robotern aus den Transportkassetten entnommen und in der Lochmaske des Kartons abgelegt. Eine Setzschablone am Werkzeug zentriert den Blister.

 Die weiteren Faltprozesse geschehen in Etappen. Werkzeuggegenhalter sorgen  für optimale Kantenbrechung bzw. Winkligkeit.  ZweiLeimpunkte  verschließen   das Wallet. Ein integrierte Pago Etikettenspender appliziert bei Bedarf eine Vignette (Bollini) auf dem Walletrücken. 

Alles Details erfasst und geprüft  

 Die fertigen Wallets werden für die Weiterverarbeitung auf die gewünschte Stückzahl aufgruppiert und ein Booklet wird aufgelegt. Auf diese Weise können Verkaufspackungen mit unterschiedlichsten Inhaltsmengen erzeugt werden.   Ein TLM-F2 Roboter setzt die fertigen Stapel in die Transporkette der  Folieneinschlagmaschine 

Wie bei der Verpackungsherstellung für Arzneimittel üblich, ist die Maschine mit Prozessen zur Fehler­erkennung und zur Dokumentation ausgestattet. Werden also die Kartonzuschnitte,  Blister oder  Booklets abgelegt, dann verifiziert eine Sensorik am Werkzeug des Roboters ihre Anwesenheit und ihre Position. Dass das Wallet wirklich einen Tablettenblister enthält, prüft Sensor nach dem ersten Faltvorgang. 

Die Codes auf dem Bollini oder auf dem Booklet werden eingelesen und die Daten werden gespeichert bzw. zur Weiterverarbeitung bereitgestellt. Für Fehler werden entsprechende Eskalationsmerkmale einge­baut, die das Ausschleusen von Formationen, Produkten etc. nach sich ziehen.. Die VMS-Steuerung ermöglicht eine intelligente Festlegung, wie mit solchen Vorkommnissen umgegangen werden soll, z.B. Maschinenstopp. 

Viel Funktion auf wenig Fläche 

Alle Prüfroutinen fügen sich in den hohen Takt der Maschinen von über 330 Wallets pro Minute ein. Und trotz der Komplexi­tät der Anforderungen ist die Maschine, wie bei Schubert gewohnt, ein Platz­wunder. Aus acht Teilmaschinen aufgebaut misst ihre Stellfläche lediglich 2,5 x 13 m. Bedenkt man, dass in diesen 13 Metern ein Puffer für acht Minuten Produktion , eine Walletierung für 330 Wallets pro Minute und ein Interface mit Gruppierung und Bookletzugabe für die Nachmaschine enthalten sind – eine kleine Sensation. Die Zusatzgeräte, wieLaserdrucker und Etikettierer sind voll integriert, so dass beste Raumnutzung gewährleistet ist. 

Eine Anbindung an übergeordnete Informations­systeme (z.B. MES)  ist  bereits realisiert. 

Die Projektverantwortlichen bei Schering fühlen sich nach dem ersten halben Jahr, in dem sich die Anlage in der Praxis bewähren konnte, voll in ihren Erwar­tungen bestätigt: Umstellungen führen nicht zu langen Stillstandzeiten, nach dem Anlaufen gibt es keine Qualitätsprobleme und der Wirkungsgrad liegt auf dem gewünschten hohen Niveau. Das Ergebnis ist eine neue, attraktive Arzneimittelverpackung, die jeder Handtasche gut ansteht.

 

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