Crailsheim. Am Marktstand sieht der Salat noch knackig und frisch aus, zu Hause hat er schon erste welke Blätter. Höchst empfindlich, diese Naturprodukte. Wie lässt sich Gemüse im industriellen Maßstab zu attraktiver Ware für den Supermarkt verarbeiten? Die Verpackung ist aus Sicht von Bonduelle ein wesentlicher Teil der Antwort. Als am Standort Rosporden (Frankreich) ein weiterer Bereich zu automatisieren ist, lautet daher die Forderung: die Anlage muss trotz hoher Leistung so produktschonend arbeiten und so flexibel handeln wie die Mitarbeiter, die bisher diese Aufgabe erledigt haben. Die Lösung kommt von Gerhard Schubert Verpackungsmaschinen, Crailsheim.
Das traditionsreiche internationale Familienunternehmen Bonduelle nimmt die Verpackung so wichtig, dass sie als Aufgabe in der Firmenphilosophie festgeschrieben ist. Sie wird als Voraussetzung verstanden, um sich auf einem Massenmarkt mit hohem Preisdruck durch Qualitätsprodukte zu differenzieren. Oder in den Worten des in Frankreich bekannten Slogans: „Quand c’est bon, c’est Bonduelle” (Wenn es gut schmeckt, dann ist es Bonduelle).
Seit den 1990er Jahren gehören küchenfertige Salate zum Sortiment des Unternehmens. Für den französischen Markt werden sie im Werk Rosporden abgepackt. Als Verpackung dienen Kunststoffschalen zu 200 Gramm und 600 Gramm für Verbraucher sowie zu 1 Kilogramm und 1,5 Kilogramm für Restaurants, Cateringfirmen etc.
Als Reaktion auf die steigende Nachfrage und um die Kostenstruktur zu verbessern, starteten die Verantwortlichen 2006 ein Projekt, um die Prozesse im Anschluss an das Abfüllen zu automatisieren. Die Aufgabe: Die mit einer Kunststofffolie versiegelten Becher sind aus der Abfüllanlage zu übernehmen und mit einem Wiederverschlussdeckel zu versehen. Die Becher sollen anschließend in Kartontrays verpackt werden.
Kompakte Anlage integriert zwei Aufgaben
Beide Prozessabschnitte müssen in eine Anlage integriert werden. Die Leistungsanforderung beträgt 80 Schalen pro Minute, wenn in 200 Gramm und 600 Gramm Becher abgefüllt wird, und 50 Schalen pro Minute bei der Abfüllung für Großverbraucher. Dabei ist Bedingung, dass das Ergebnis fehlerfrei ist, denn eine Nachkontrolle der auslaufenden Kartons ist nicht möglich.
Zwischen dem Auftragseingang im November 2006 und der Inbetriebnahme im April 2007 hat das Projektteam von Gerhard Schubert Verpackungsmaschinen diese Aufgabe gelöst. Was von der Lösung auf den ersten Blick zu sehen ist, sind die fünf zweiachsigen TLM-F2-Roboter, die in drei Maschinengestellen mit einer Gesamtlänge von 6,5 m integriert sind. Was sich erst beim Betrieb der Verpackungsmaschine offenbart, ist die Kunst, mit der VMS-Steuerung Schwieriges einfach zu machen.
Die Becher werden von einem Einlaufband übernommen und einer TLM-Gruppierkette zugeführt. Je nach Programm bilden die Transportkammern Formationen zu vier oder sechs Bechern. Das erste TLM-F2-Roboteraggergat nimmt die Produkte aus der Gruppierkette auf und setzt sie in zwei Reihen auf einen der beiden Gruppiertische ab. Die Träger sind, wie die Werkzeuge der Roboter, produktspezifisch und werden je nach Größe der Kunststoffschalen ausgetauscht.
Produktfluss ohne Hindernisse
Der Produkthalter des Gruppiertischs fixiert die Becher, so dass der Roboter die Kunststoffdeckel, die von einem Übergabeaggregat aus einem Magazin entnommen wurden, aufnehmen und exakt aufsetzen kann. Die Becher werden auf diese Weise nacheinander verschlossen. Auf dem Weg zur Füllstation des Kartontrays drückt eine Rolle die Deckel fest an.
Der folgende Maschinenabschnitt dient der Sekundärverpackung. Ein TLM-F2-Roboter übernimmt einen aus dem Magazin bereit gestellten flachliegenden Zuschnitt, beleimt den Karton, richtet den Zuschnitt über einem Stempel auf und setzt ihn auf einen TLM-Vakuumtransporteure ab.
Jeweils zwei Kartons werden gleichzeitig zur Befüllstation transportiert. Dort werden die Dosen in mehreren Lagen in den Karton gesetzt. Der Befüllroboter übernimmt auch das Umlegen und Verriegeln der Stapellaschen.
Beim Wechsel auf verschiedene Formate macht sich die gute Zugänglichkeit der Anlage positiv bemerkbar. Diese beruht auf dem Konzept der TLM-Technik, die Mechanik zu reduzieren und Funktionen in die Steuerung der Maschine zu verlegen. Da sich die Elektronik im Kopfbereich der Anlage befindet, ergibt sich ein sehr übersichtlicher Aufbau.
Bei Bonduelle war man so zufrieden mit dem Ergebnis, dass im Anschluss an die Inbetriebnahme der beschriebenen TLM-Verpackungsmaschine eine zweite bestellt wurde, die vor kurzem in Betrieb genommen wurde. Denn die Leidenschaft des Unternehmens, so heißt es in der Selbstdarstellung, gilt dem Gemüse. Und das ist bei den Verpackungsmaschinen von Schubert in besten Händen.