Gerhard Schubert GmbH - Verpackungsmaschinen

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Gerhard Schubert GmbH Verpackungsmaschinen

Industriegebiet Südost
Hofäckerstraße 7
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15.06.2005

Robotereinsatz bei Wernli Biscuits

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Gluschtig‘ mit Schubert

Crailsheim . Beinahe 45 Gebäcksorten werden bei der Wernli AG in Trimbach (Schweiz) derzeit produziert. Eine Verpackungs-Roboteranlage war bereits vorhanden. Doch diese genügte den hohen Anforderungen, insbesondere in punkto Flexibilität, nicht mehr. Hans Peter Wernli, technischer Leiter, war sich sicher, es müsse eine insgesamt schnellere und kostengünstigere Methode geben, mit der man die vielen verschiedenen Gebäcksorten verpacken kann. Mit der Gerhard Schubert GmbH fand er den geeigneten Partner für das Projekt.

Wernli ist der größte und bekannteste unter den Schweizer Keks-, oder, wie es im Originalwortlaut heißt, Biscuits-Herstellern. Allein der Wortklang von ‚Capucine‘, ‚Truffet‘, ‚Florentine‘ oder ‚Gianduja‘ lässt erahnen, dass es sich um verfeinerte Kreationen handelt. Natürlich wird auch bei Wernli das Gebäck mit Hilfe modernster Maschinentechnik hergestellt und verpackt. Doch die Liebe zum technischen Detail macht hier den Unterschied: Maschine ist eben nicht gleich Maschine, die Details der Teigmaschinen und der Backöfen von Wernli sind gut gehütete Betriebsgeheimnisse. Ebenso entscheidend für das Endprodukt ist die gezielte Auswahl der hochwertigen Rohstoffe, die bei Wernli verarbeitet werden. Das erfolgreiche Resultat dieser insgesamt auf Qualität bedachten Geschäftsstrategie sind jährlich 8.000 Tonnen Gebäck in Form von vier Millionen leckeren Guetzli, die das Wernli-Werk in Trimbach gut verpackt verlassen.

Und hier kommt die Schubert-Anlage ins Spiel: Neun Roboterstationen mit insgesamt 18 Roboterarmen verarbeiten heute bis zu 1.800 Kekse/min in Trays. In der Praxis hängt die realisierte Verarbeitungsmenge von der Produktionsauslastung ab, so dass im Durchschnitt 80.000 bis 160.000 Produkte/h verpackt werden. Die Maschinenanlage erreicht insgesamt einen Wirkungsgrad von 98 bis 99 Prozent.

Die Maschinenkonstellation ist nach dem weltweit patentierten Gegenlaufprinzip aufgebaut, das mit in der Relation sehr kompakten Außenmaßen von 20 m Länge und 5,50 m Breite auffällt. Dieses Prinzip sieht vor, dass die Produkte in zu den Behältnissen entgegengesetzter Richtung zugeführt werden. Von den 18 Roboterarmen sind allein zwei für das Auflegen der Behältnisse auf das Band zuständig, während die restlichen 16 Arme das Gebäck ‚aufpicken‘, d.h. mit einem Vakuumgreifer vom Band nehmen und exakt in die zugeführten Trays, die sich auf dem parallel verlaufenden Band befinden, platzieren.

Feinheiten erkannt

Die neun Packstationen arbeiten als eigenständige Maschinen, die zentral über die Schubert Maschinensteuerung aufeinander abgestimmt sind – was die Maschineneffizienz wesentlich erhöht. Mehrere in der Anlage installierten Scanner definieren die Position der Kekse auf dem Band. Sie verfügen über eine Auflösung von 0,5 mm pro Pixel und bereiten die Bilddaten auf, so dass das System ca. 4000 Gebäckstücke/min erkennt und auswerten kann. Die letzte Einlegestation ist zugleich Qualitätskontrolle: Hier wird geprüft, ob alle Kekse im Tray sind und ob sie richtig darin platziert wurden.

Die Anlage wird bei Wernli in zwei Schichten betrieben, was 16 Stunden Betriebszeit pro Tag entspricht. Die Bestückung mit Trays erledigt zeitweise ein Mitarbeiter, in der restlichen Zeit arbeitet die Schubert-Maschinenroboter ohne personelle Betreuung und Bedienung. Eine Formatumstellung dauert ca. zehn Minuten – sofern diese überhaupt notwendig ist. Denn der Formatbereich pro Werkzeug und der Anlage insgesamt ist sehr breit und flexibel angelegt.

Die Schubert TLM F44-Pickerlinie eignet sich hervorragend für den Betrieb im Lebensmittelbereich. Alle Komponenten sind auch bei Wernli optimal zugänglich, das gesamte Maschinensystem weist zwischen 150 und 300 mm Bodenfreiheit auf. In Produktkontakt kommen nur rostfreie oder Kunststoffmaterialien. Filtersysteme für Partikel und Feinstaub sichern die Funktionsfähigkeit des Vakuumsaugers, der die Gebäckstücke greift. Das geschlossene Schaltschranksystem, die lebensmittelechten Fette und Schmierstoffe, die nach den CE-Vorschriften eingesetzt werden, entsprechen ganz den Bedürfnissen der Lebensmittelindustrie.

Raffinierte Roboter-Rezepturen

Eines der ausschlaggebenden Argumente der Entscheidung für die Schubert-Anlage war für Hans-Peter Wernli, technischer Leiter bei Wernli, der Erfahrungsreichtum und die Ausgereiftheit der Schubert-Technologie, die in vielen Jahren Betriebspraxis ständig weiterentwickelt wurde und immer wieder aufs Neue die marktführende Position markiert. Vorteile, die damit verbunden sind, beinhalten nicht nur die hohe Betriebssicherheit und weitgehende Wartungsfreiheit der Maschinen, sondern auch die Modularität und Flexibilität: Ändern sich die Anforderungen aufgrund veränderter Marktbedingungen oder neuer Wernli-Produkte, ist es ein Leichtes, die Anlage auf die neuen Bedürfnisse einzurichten oder zu erweitern. Auch die Mitarbeiter bei Wernli reagierten positiv auf die neue Maschinenanlage. Insbesondere die Pick-and-place Eigenschaften sowie Bedienungs- und Umstellfreundlichkeit werden gelobt.

Wernli betont zudem die gute Zusammenarbeit mit dem Schubert-Projektteam, insbesondere die sachliche und zielgerichtete Kommunikation in den Teilbereichen Planung, Elektro und Mechanik sowie die fachkompetente und termingerechte Ausführung. Die Roboteranlage wurde innerhalb von 20 Wochen realisiert, zwei Wochen wurden für die Installation vor Ort benötigt. Wernli auf die Frage, ob seine Erwartungen von der Schubert-Anlage erfüllt wurden: „Bestimmt!“ Hans-Peter Wernli selbst spricht von „hohen Anforderungen“, die an Schubert gestellt wurden. „Trotz der wenigen kleinen ‚Kinderkrankheiten‘, die zu Beginn noch aufgetreten sind, dürfen wir uns an einer wirklich tollen Anlage erfreuen.“

‚Gluschtig‘, dieses urige Schweizer Wort steht für ‚lecker‘, ‚Appetit auf mehr machend‘ oder auch ‚motivierend‘ – ein ‚Prädikat‘, das auf die Wernli- und die Schubert-Produkte auf ihren ganz eigenen Gebieten zutrifft.

[Infokasten:]

‚Auf zu neuen Spitzenleistungen‘, so formulierte es erst kürzlich Peter Bigler, Geschäftsführer bei Wernli, im Editorial der hausinternen Mitarbeiterzeitung. Mit 17 Prozent Marktanteil ist Wernli heute die Nummer eins unter den Qualitätsherstellern in der Schweiz. Die Geschichte des Unternehmens geht bis auf das Jahr 1905 zurück, als Fritz Wernli im kleinen Dörfchen Trimbach eine Konditorei gründete. Zehn Jahre später dann etablierten dessen Söhne die erste ‚Gebäck-Fabrik‘ der Schweiz. Wichtige Etappen in der Firmengeschichte waren das Zusammengehen mit der Firma Oulevay, woraus die Interbiscuits S.A. hervorging, an der 1974 Bahlsen eine Mehrheitsbeteiligung übernommen hatte. Im Jahr 1999 folgte die gegenseitige Trennung und seither steht Wernli wieder unabhängig und wirtschaftlich selbständig auf eigenen Beinen. Heute beschäftigt das Familienunternehmen je nach Produktionsauslastung 250 bis 300 MitarbeiterInnen. Beliefert werden auch die Märkte der EU. Die Motivation zu Spitzenleistungen beinhaltet auch die immer wieder neuen Gebäckkreationen, die bei Wernli ‚erfunden‘ werden.

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