Visionär im Verpackungsmaschinenbau

20 Jul

2016

Die Gerhard Schubert GmbH Verpackungsmaschinen feiert 2016 ihr 50-jähriges Jubiläum

Crailsheim – Die Gerhard Schubert GmbH gilt als Pionier des Verpackungsmaschinenbaus in Deutschland. Gegründet im Jahr 1966 entwickelte sich das Unternehmen schnell zum anerkannten Marktführer für digitale Verpackungsmaschinen. Heute beschäftigt der in zweiter Generation geführte Anlagenbauer rund 1.100 Mitarbeiter. Den Pioniergeist hat sich das Unternehmen bis heute bewahrt: Schubert überrascht den Markt regelmäßig mit neuen Technologien und Automatisierungslösungen und setzt damit immer wieder neue Maßstäbe in der Branche. In diesem Jahr feiert Schubert sein 50-jähriges Firmenjubiläum.

Die Entstehungsgeschichte geht zurück auf die Vision von Gerhard Schubert in den 1960er Jahren, eine Verpackungsmaschine im Baukastenprinzip zu erfinden. 1966 gründete er sein Unternehmen und setzte den ersten Meilenstein: die Schachtelaufrichte- und Klebemaschine (SKA), die beim Traditionsunternehmen Weiss aus Nürnberg die weltbekannten Lebkuchen verpackte. Schon in den folgenden Jahren entwickelte das junge Unternehmen die erste Verpackungsmaschine im Baukastensystem SSB (Schubert-Sondermaschinen-Baukasten) zum Befüllen und Verschließen von Schachteln per Top-Loading. Damit bereitete er den Weg für die flexibelsten Verpackungsmaschinen der Branche.

Seinen Pioniergeist stellte der gebürtige Crailsheimer erneut unter Beweis, als er bereits in den 1970er Jahren überlegte, wie er mithilfe von Robotik eine maximale Flexibilisierung der Verpackungsvorgänge erzielen könnte. Seine Grundidee war einfach: Die Natur des Menschen sollte als perfektes Vorbild für seine Verpackungsmaschinen dienen. „Ich wollte eine Maschine entwickeln, die entsprechend der menschlichen Prinzipien aufgebaut ist: simple Mechanik, eine hohe Intelligenz und der Einsatz von Werkzeugen. Also haben wir unsere Maschinen danach aufgebaut.“ 1981 stellte Schubert mit „ROBY“ den ersten Verpackungsroboter der Welt vor, der Pralinen verpackte. Den großen Durchbruch mit den roboterbasierten Verpackungsmaschinen erfolgte mit der Entwicklung des Pick-and-Place-Roboters SNC-F2, der auf der Interpack 1987 Premiere feierte.

Auf der gleichen Messe präsentierte Schubert seine erste Pralinenpackstraße: die „Schubert Speedline“, ausgestattet mit dem ersten Schubert-Roboter für die optische Bilderkennung. Die technische Kompetenz für die optische Bildverarbeitung holte sich Schubert Experten für den Aufbau einer eigenen Entwicklungsabteilung ins Haus. Seither gehört das Unternehmen auch in diesem Bereich zu den Vorreitern und hat mit der Marktreife des 3D-Scanners jüngst einen neuen Höhepunkt erreicht.

Maschinenintelligenz und vernetzte Produktion Gerhard Schubert sah den langfristigen Erfolg von Verpackungsrobotern vor allem darin, mehr Steuerung durch weniger Mechanik auszugleichen. Da es für ihn in den 1990er Jahren keine Steuerung auf dem Markt gab, die der Aufgabenstellung des Verpackungsmaschinenbaus gerecht wurde, entwickelte er seine Steuerung selbst. 1996 brachte das Unternehmen die erste Maschine mit einer intelligenten Steuerung auf den Markt. Die Verpackungsmaschinensteuerung VMS schaffte die Voraussetzungen für einen einfachen Maschinenaufbau mit einer reduzierten Anzahl an mechanischen Bauteilen, die zur Entwicklung der heutigen modularen Teilmaschinen führte.

Die sieben Grundmodule ermöglichen heute einen flexiblen Maschinenaufbau, in dem alle Funktionen wie Zuführen, Aufrichten, Füllen, Verdeckeln/Verschließen, Etikettieren, Kennzeichnen und Palettieren vereinigt werden können. Basis der heutigen Schubert-Toploading-Maschinen (TLM) bilden neben der VMS-Steuerung die Zwei-, Drei- und Vier-Achs-Roboter, Bilderkennungssysteme sowie die zuletzt eingeführte Standardkomponente, der Transportroboter „Transmodul“.

„Unser Ziel ist es, intelligente Software und reduzierte Mechanik zu kombinieren und gleichzeitig die Flexibilität kontinuierlich weiter zu steigern“, erklärt Ralf Schubert, der seit 2012 gemeinsam mit Vater Gerhard und Bruder Gerald Schubert sowie Peter Gabriel die Geschäfte bei Schubert führt. Diesem Grundsatz folgend, präsentierte Schubert auf der Interpack 2014 die erste Verpackungsmaschine ohne Schaltschrank, die neue Bestmarken bei der Anlageneffizienz und Verfügbarkeit erzielt. „Wir verstehen uns nach wie vor als Vorreiter im Verpackungsmaschinenbau und werden auch künftig Maßstäbe in der Branche setzen. Auch in diesem Jahr kann die Branche von uns zukunftsweisende Innovationen erwarten“, resümiert Gerald Schubert. Auch für die Zukunft hat sich das Unternehmen ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2020 will das Unternehmen den Anteil an gefertigten Teilmaschinen jährlich von heute rund 650 auf 1.000 steigern. Ebenso strebt Schubert an, seine Lieferzeiten in den nächsten Jahren deutlich zu verkürzen. „Wir wollen eine Maschine künftig in wenigen Stunden konstruieren“, so Ralf Schubert. Der studierte Informatiker treibt daher zurzeit das Entwicklungsprojekt eines „digitalen Zwillings“ voran. Damit können TLM-Maschinen künftig im 3D-Modell vorab simuliert und die Zeit bis zur Inbetriebnahme der realen Maschinen enorm reduziert werden. Die Lieferzeiten werden sich in den nächsten Jahren mehr als halbieren.

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